Häufige Krankheitsbilder

Verdauungsschwäche

Verdauungsschwäche unterscheidet Malnutrition (falsche, einseitige Ernährung), Maldigestion (eigentliche Verdauungsschwäche) und Malabsorption (mangelhafte Aufsaugung verdauter Nahrungsbestandteile).
Klinisch kann es sich um folgende Diagnosen handeln:

  1. Im Magen: Mangel an Pepsin und /oder Säure, Überschuss an Säure (Sodbrennen), Entzündung (Gastritis durch Helicobacter pylori).
  2. In der Galle: Mangel (Cholestase)oder Überfluss (Cholerese), Steine (Konkremente).
  3. In der Bauchspeicheldrüse: Mangel an Verdauungs-Enzymen (exokrine Pankreas-Insuffizienz).
  4. Im Darm: Gärungs- bzw. Fäulnis-Dyspepsie, Entzündung (akute bzw. chronische Enteritis), Divertikel entspricht bei Verdauungsschwäche in etwa den Symptomen des Reizdarms.

Gezielte, moderne Stuhldiagnostik kann all diese Störungen schnell und genau klären und damit auch erfolgreiche Therapie-Empfehlungen geben.

Reizdarm

Symptome wie Völlegefühl, Magenkrämpfe, Blähungen, Übelkeit, Schmerzen, Durchfall im Wechsel mit Verstopfung, Stuhldrang weisen auf das Reizdarm-Syndrom hin. Ursache und Entstehung bei Reizdarm sind häufig nicht sofort erkennbar.
Bei einer dauerhaften Belastung mit den genannten Symptomen wird in der Regel ab der zehnten bis zwölften Woche in Folge von einem Reizdarm-Syndrom gesprochen. Oft ähneln die Symptome des Reizdarms allerdings auch denen anderer ernsthaften organischen Erkrankungen. Die Diagnose wird daher durch Ausschluss aller anderen, möglichen Ursachen gestellt.

Darmentzündung

Eine akute Darmentzündung (Enteritis) kann durch folgende Ursache ausgelöst werden:

  • durch Bakterien (Clostridium difficile, Salmonella, Shigella, Yersinia, Campylobacter)
  • durch Pilze (Candida, Geotrichum, Aspergillus)
  • durch Viren (v.a. Noroviren, aber auch Rota-, Adeno- oder Astroviren)
  • durch Parasiten (Würmer, Einzeller/Protozoen wie Blastocystis hominis, Entamoeba, Giardia lamblia)
  • infolge von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (Histaminintoleranz, Gluten-Enteropathie) bzw. Allergien (IgE und IgG)
  • durch übersteigerte Abwehrreaktionen (sIgA und Defensin).

Chronische Darmentzündung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie) können nur indirekt durch Ausschluss diagnostiziert werden.
Moderne Stuhldiagnostik klärt die unterschiedlichen Ursachen präzise auf und erlaubt erfolgreiche Therapie-Empfehlungen.

Zöliakie

Als Zöliakie bezeichnet man eine Erkrankung der Schleimhäute im Dünndarm. Hervorgerufen werden diese Entzündung durch glutenreiche (d.h. Klebereiweisshaltige) Getreide wie Weizen, Dinkel, Hafer, Gerste. Die Entzündungsvorgänge bei Zöliakie zerstören oft großflächig die Epithelschichten der Schleimhäute, welche damit ihre Funktion nur noch unvollkommen erfüllen.
Zöliakie ist nur durch glutenfreie Ernährung heilbar.

Kolik

Koliken sind  Bauchschmerzen, hervorgerufen durch krampfartiges Zusammenziehen des Darmes, oft kombiniert mit Krämpfen von Magen und Galle bzw. Nieren sowie kompliziert durch Erbrechen, Schweißausbrüche und Kreislaufschwäche.
Koliken sind in der Regel ein typisches Zeichen für Entzündung und Funktionsstörungen und bedürfen tiefgehender Diagnostik.

Stichworte und Fachausdrücke:
Verdauungsschwäche, Reizdarm, Darmentzündung, Zöliakie, Kolik, Malnutrition, Maldigestion, Malabsorption, Reizdarm-Syndrom, Enteritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Koliken